Konstruktionsrichtlinien für den 3D Druck: Effizient & Funktionsgerecht

Ein perfektes Bauteil beginnt im CAD. Die 3D Druck Konstruktion unterscheidet sich grundlegend von subtraktiven Verfahren wie dem Fräsen. Um das Maximum an Stabilität bei minimalen 3D Druck Kosten zu erreichen, haben wir für Sie die wichtigsten Konstruktionsrichtlinien für den 3D Druck zusammengefasst. Wenn Sie diese Regeln beachten, garantieren wir eine prozesssichere Fertigung auf unseren Industriesystemen.

Die 3 Säulen der additiven Konstruktion

Materialeffizienz
Nutzen Sie Infill-Strukturen, um Gewicht zu sparen, ohne die Festigkeit zu verlieren.
Druckorientierung
Die Z-Achse ist die Schwachstelle. Konstruieren Sie Lastpfade bevorzugt in X/Y-Richtung.
Support-Minimierung
Optimieren Sie Winkel, um den Bedarf an Stützstrukturen und die Nachbearbeitung zu reduzieren.

Technische Spezifikationen im Detail

Für eine stabile 3D Druck Konstruktion empfehlen wir eine Mindestwandstärke von 1,2 mm. Dünnere Wände (bis 0,8 mm) sind möglich, verringern aber die strukturelle Integrität bei industriellen Belastungen.

Flächen mit einem Winkel von mehr als 45° zur Bauplattform benötigen in der Regel Stützstrukturen. Konstruieren Sie Schrägen oder Fasen ein, um die Oberfläche zu optimieren und Material zu sparen.

Löcher in der X/Y-Ebene werden durch das additive Fertigungsverfahren minimal kleiner. Planen Sie für Passungen ein Aufmaß von 0,1 mm bis 0,2 mm ein oder bohren Sie diese nach dem Druck auf Endmaß auf.

Konstruktions-Checkliste für FDM-Bauteile

Merkmal Empfohlener Wert Hinweis
Min. Wandstärke 1,2 mm Für tragende Industrieteile
Min. Detailgröße 0,5 mm Abhängig von der Düsengröße
Max. Brückenlänge 10,0 mm Ohne Support (Materialabhängig)
Lochtoleranz (X/Y) +0,15 mm In der Konstruktion zugeben
Gewinde Ab M6 Vorzugsweise Gewindeeinsätze nutzen

Profi-Tipps für komplexe Konstruktionen

Nutzen Sie die Freiheit der 3D Druck Konstruktion, um Scharniere, Kanäle oder Schnappverbindungen direkt in ein einzelnes Bauteil zu integrieren (Part Consolidation).

Große, flache Grundflächen neigen zum Verzug. Nutzen Sie Abrundungen an den Ecken der Bauteilunterseite, um die Spannungen im 3D Druck Material zu reduzieren.

Anstatt Gewinde direkt zu drucken, sollten Sie in Ihrer Konstruktion Taschen für Einschmelzmuttern (Inserts) vorsehen. Dies erhöht die Lebensdauer bei häufigen Montagen massiv.

Häufige Fragen zur 3D Druck Konstruktion

Senden Sie uns idealerweise STEP-Dateien. Diese enthalten echte Geometriedaten und keine triangulierten Netze wie STL-Dateien, was die Prüfung der 3D Druck Toleranzen erleichtert.

Ja, ein Basis-Check auf Druckbarkeit gehört bei Wefer3D zum Standard-Service. Bei groben Fehlern gegen die Konstruktionsrichtlinien kontaktieren wir Sie proaktiv.

Die minimale Wandstärke stellt sicher, dass das Bauteil stabil bleibt und die Kräfte während des Druckvorgangs aufnehmen kann. Wir empfehlen eine Mindestwandstärke von 1,2 mm, um eine optimale Haftung der Layer und ausreichende Stabilität zu gewährleisten.

Nein, das ist nicht notwendig. Unsere Slicing-Software berechnet die benötigten Support-Strukturen automatisch. Es ist jedoch sinnvoll, Überhänge über 45° zu vermeiden, um Material zu sparen und die Oberflächenqualität an der Unterseite zu maximieren.

Im industriellen FDM-Druck erreichen wir je nach Material und Geometrie Toleranzen von ca. ±0,2 mm. Für hochpräzise Passungen empfiehlt es sich, Bohrungen im CAD leicht untermaßig zu planen und diese nachträglich mechanisch auf das exakte Maß aufzureiben.

Ab einer Größe von M6 ist das Drucken von ISO-Gewinden möglich. Für kleinere oder hochbelastete Gewinde empfehlen wir jedoch die Konstruktion von Kernlöchern, in die wir nach dem Druck hochwertige Gewindeeinsätze aus Messing thermisch einbetten.

Unsere Industriesysteme verfügen über unterschiedliche Bauräume. Sollte ein Bauteil das maximale Maß überschreiten, unterstützen wir Sie bei der konstruktiven Aufteilung in mehrere Segmente, die nach dem Druck passgenau und hochfest gefügt werden können.

Wenn Sie Baugruppen „in einem Stück“ drucken möchten (Print-in-Place), ist ein umlaufender Spalt (Clearance) von mindestens 0,3 mm bis 0,5 mm zwischen den beweglichen Teilen erforderlich, um ein Verschmelzen während des Drucks zu verhindern.

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